ABS 48: Ausbaustrecke München–Lindau–Grenze D/A

Mit Bahn-Strom durch das Allgäu – drei Viertel der Elektrifizierungsarbeiten vollendet

Bis zum 6. Oktober konnten die Bahnbauarbeiten zur Elektrifizierung im Allgäu für 2019 soweit abgeschlossen werden, dass auch die letzte Streckensperrung dieses Jahres im Bereich zwischen Kißlegg und Hergatz aufgehoben werden konnte. Seit dem 6. Oktober fahren die Züge wieder ohne Unterbrechungen. DB-Projektleiter Matthias Neumaier bedankt sich für das Verständnis bei den Anwohnern und Bahnreisenden: „Wir haben in den vergangenen sechs Monaten seit Beginn der Streckensperrungen vieles vorangebracht, um den Weg für einen umweltfreundlichen, elektrischen Zugverkehr zwischen München und Lindau frei zu machen.“

Schneller, leiser und sicherer mit der Bahn durch das Allgäu - für diese Ziele fließen auf einer Länge von 157 Kilometern in den drei Jahren Bauzeit seit 2018 fast 650 Millionen Euro in die Schieneninfrastruktur. Darunter sind mehr als 150 Millionen Euro für den großen Umbau der Bahnanlagen im Stadtgebiet Lindau.

Nach mehr als die Hälfte der Bauzeit hat DB Netz nun rund drei Viertel des Ausbaus durchgeführt. Auf über 100 Kilometern Strecken ist die Oberleitung errichtet. An neun Straßenbrücken sind die Gleise abgesenkt und sechs neue Stellwerke in Betrieb genommen. Während 2018 die Arbeiten vor allem im östlichen Teil zwischen Memmingen und Geltendorf stattfanden, waren dieses Jahr die Abschnitte rund um Wangen und weiter Richtung Bodensee im Fokus.  

In Wangen errichtet die DB in den kommenden Monaten eine neue 116 Meter lange Bahnbrücke über den Fluss Obere Argen. Sie wird im Frühjahr 2020 fertig sein und stellt das aufwändigste Einzelbauwerk dar.

Der Ausbau zwischen München, Memmingen und Lindau umfasst auch zahlreiche Arbeiten an den Gleisen und Bahnstationen. Unter anderem müssen 3.500 Oberleitungsmasten gesetzt werden, 27 Bahnübergänge{p}{span}Als Bahnübergang wird eine höhengleiche Schienenquerung durch eine Straße oder einen Weg bezeichnet. Bahnübergänge sind häufig durch Lichtsignale und / oder Schranken gesichert. ({/span}{a href="http://www.wdrmaus.de/filme/sachgeschichten/bahnschranke.php5" target="_blank"}Link.{/a}){/p} und 43 Straßenbrücken sind an die Oberleitung anzupassen. Zudem werden 17 Stellwerke neu/umgebaut und 30 Kilometer Gleise erneuert. Jeder fünfte Euro - insgesamt 100 Millionen – fließt in den Lärmschutz: 26 Kilometer Lärmschutz-wände errichtet die DB,  für 2.700 Gebäude entlang der Strecke sind Schallschutzfenster vorgesehen.

Ein Bauschwerpunkt liegt in Lindau, wo die DB 21 verschiedene Maßnahmen durchführt, darunter den Neubau eines Fernverkehrsbahnhofs im Stadtteil Reutin. Eurocity-Züge auf der Strecke München-Zürich halten künftig an diesem Festlandsbahnhof und müssen nicht mehr den Umweg auf die Insel nehmen. Zusammen mit der Elektrifizierung der Strecke durch das Allgäu verringert sich dadurch die Fahr-zeit zwischen beiden Städten um fast eine Stunde auf weniger als 3 Stunden 30 Minuten. Neue Schweizer Neigetechnikzüge werden ab Ende 2020 mit bis zu 160 km/h unterwegs sein.

2020 wird sich im Stadtgebiet Lindau das Baugeschehen mehr in die westlichen Teile verlagern. Auf der Strecke von München her wird die DB die letzten Streckenabschnitte bis zum Bodensee vollenden und die elektrotechnischen Anlagen der Bahnstromversorgung fertigstellen. Auf kurzen Streckenabschnitten wird es noch zwei mehrwöchige Sperrungen im Februar/März und in den Sommerferien geben. Im Vergleich zu den großen mehrmonatigen Unterbrechungen von 2018 und 2019 betrifft es dann aber nur wenige Bahnreisende.

Ab Juli wird der Strom eingeschaltet und ein Test- und Messprogramm gestartet, ehe im Dezember 2020 der fahrplanmäßige Verkehr beginnt.

Information

10.10.2019

zurück