ABS 48: Ausbaustrecke München–Lindau–Grenze D/A

Ab Montag fahren wieder Züge - Bauarbeiten in Wangen gehen planmäßig zu Ende – Bahn rät zu aktuellen Fahrplaninfos

(27. März 2020) Seit Anfang März hat die Stadt Wangen eine neue Bahnbrücke über die Obere Argen. Zwei Monate musste die Bahn ihre Strecke zwischen Wangen und Hergatz sperren. Ersatzbusse anstelle der Regionalzüge brachten die Reisenden an ihr Ziel. Nun können ab Montag, 30. März, wieder Züge fahren.Bahngesellschaften und die Aufgabenträger und Besteller des Regionalverkehrs in Bayern und Baden-Württemberg haben aus aktuellem Anlass – wie überall in den Bundesländern - die Zugfahrten reduziert. DB Regio Alb-Bodensee wird demnach einen 2-Stunden-Takt auf der Strecke Memmingen–Leutkirch–Kißlegg–Aulendorf fahren. Dazu ergänzend verkehren Busse (SEV) auf der Strecke Hergatz–Wangen–Kißlegg–Aulendorf. Alle Fahrplanänderungen – auch zu den RE-Zügen von DB Regio Bayern - werden in der elektronischen Fahrplanauskunft im Internet und an den Fahrkartenautomaten berücksichtigt. Hinweise zum Fahrplan finden die Fahrgäste im Internet unter https://www.laenderbahn.com/alex/fahrplan/fahrplan-aenderungen/ sowie https://bauinfos.deutschebahn.com/bayern oder über die App „DB Navigator“.

Größter Bahnbrücken-Neubau im Allgäu nun abgeschlossen

Rund ein Jahr beanspruchten die Arbeiten an der 116 Meter langen Stahlfachwerkverbundbrücke über die Obere Argen. Die DB Netze errichteten den über 10 Millionen-Euro-Neubau zunächst neben der über 100 Jahre alten Brücke, um den Zugverkehr weiterhin laufen lassen zu können. Um die Brücke an Ort und Stelle schieben zu können, entstanden Ende Januar, vier, jeweils 13 Meter lange Verschubbahnen aus Beton. Auf ihnen bewegte sich der Neubau Millimeter für Millimeter bis an die Stelle der alten Brücke. Dieser Verschub erfolgte mit Hydraulikpumpen und nahm fast acht Stunden in Anspruch. In dieser Dimension war die Bahnbaustelle für die Stadt Wangen spektakulär.

In den folgenden drei Wochen bis Ende März wurden zunächst an beiden Ende der Brücke die Zwischenräume zum Bahndamm aufgeschüttet. Dann konnte die Bahn auf der Brücke eine Schotterschicht sowie die neuen Gleise verlegen und und mit der Strecke verbinden. Außerdem errichtete man noch Oberleitungsmasten und führte verschiedene Kabelarbeiten durch. Die Schallschutzwand mit einer Höhe von drei Metern war schon zuvor auf die Brücke entstanden. Die neue Brücke ist breiter als ihre Vorgängerin, denn neben dem Lärmschutz ist nun auch noch Platz für Rettungswege. Zuletzt entfernte die Bahn noch die Spundwände, die um die Brückenpfeiler und Verschiebebahnen entstanden waren.

Schallschutz

Während der vergangenen zwei Monate ging es auch beim Schallschutz in Wangen voran. Am Gehrenberg errichtete die Bahn eine 325 Meter lange und vier Meter hohe Schutzwand. Restliche Arbeiten rund um die Brücke werden auch in den kommenden Wochen noch weiterlaufen. Unter anderem muss die Böschung an der Oberen Argen wiederhergestellt werden.

Auf der Strecke Richtung Bodensee treibt die Bahn die Elektrifizierung weiter voran. In den vergangenen Wochen ging es in dem zweigleisigen Abschnitt zwischen Hergatz und Lindau zur Sache. Die Arbeiten finden jeweils auf einem Gleis statt. Der Bahnverkehr wird dadurch nur geringfügig beeinträchtigt. Die Elektrifizierungstrupps sind auch in den kommenden Wochen tätig. Bis zum Sommer soll dann überall die Oberleitung hängen.

Unterführung am Bahnhof Kißlegg geht am 31. März in Betrieb

Seit April 2019 ist die Personenunterführung am Bahnhof in Kißlegg gesperrt. Grund dafür waren die Elektrifizierungsarbeiten der ABS 48. Ein Jahr nach Baubeginn, am Dienstag, den 31. März, wird sie nun in Betrieb genommen. Die Deutsche Bahn errichtete nicht nur die Oberleitungsanlagen am Bahnhof, sondern auch ein neues Elektronisches Stellwerk, das nun von Leutkirch aus gesteuert wird. Für Kißlegg bedeutete dies, dass nunmehr kein Bahnmitarbeiter mehr vor Ort ist, der das sichere Überqueren über Bahnsteige und Gleise leitete und garantierte. Im gleichen Zug erhielt der Bahnhof deshalb eine Generalüberholung: Fahrgäste dürfen sich nun über eine erneuerte Personenunterführung sowie in einigen Wochen über zwei Aufzüge freuen. Damit sind der Bahnhof sowie die Bahnsteige bald barrierefrei zu erreichen. Die Fahrgäste müssen also nicht mehr über die Gleise laufen, um zum nächsten Bahnsteig zu gelangen. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf etwa 2,7 Millionen Euro, die die DB Netze und DB Station und Service tragen. 

Presseinformation

27.03.2020

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